Jackson Gitarren für Metal Fans im Test

Die Geschichte hinter den Jackson Gitarren klingt wie der Wirklichkeit gewordene amerikanische Traum: Der Angestellte übernimmt die Firma seines Chefs, wird quasi über Nacht super erfolgreich, Menschen in aller Welt kaufen seine Produkte und er wird – logisch – Millionär und lebt glücklich bis ans Ende seiner Tage.

jackson gitarre rot

Introduktion

Hm, ganz so einfach war es dann wohl doch nicht. Richtig aber ist, dass Grover Jackson, geboren und aufgewachsen in Tennessee, in den späten 1970ern in einem kleinen Geschäft namens "Charvels Guitar Repair" im kalifornischen Glendora einen Job fand.

Nach nur 14 Monaten kaufte er seinem Boss Wayne Charvel Werkstatt und Ladengeschäft ab und legte mit seinem Geschäftssinn und einem beinahe unerschöpflichen Ideenreichtum den Grundstein dafür, dass nicht nur ganze Metal-Generationen auf die Gitarren aus seiner Produktion schwören werden, sondern eben auch die Fenders auf Grover Jackson und seine Gitarren aufmerksam wurden.

Soundcheck

Hart, laut, schnell – so muss es klingen, wenn gestandene Schwermetaller musizieren. Das ideale Werkzeug hierfür trägt entweder den Schriftzug Ibanez oder kommt gleich aus dem Hause Jackson.

Jackson Gitarren sind berühmt für ihren ultra-verzerrten Sound – da bekommt doch der Buchtitel "Bis zum Mond und wieder zurück" gleich eine ganz andere Bedeutung... Aber zurück zum Thema: Der für die Jackson Gitarren so prägnante Sound, auch als "HiGain" bezeichnet, wird durch den Einbau von doppelspuligen Humbuckern realisiert und veranlasste Kirk Hammet (Metallica) zu dem bildhaften Vergleich: "Das ist wie der Unterschied zwischen einer Büroklammer und einem Nagel!"

Liest man die Namen derer, die erfolgreich mit den Gitarren von Grover Jackson ihr Geld verdienen, dürfte soundtechnisch kein Zweifel bleiben, wohin die Reise geht. Serj Tankian (System Of A Down), Phil Demmel (Machine Head), Mille Petrozza (Kreator) und Dan Spitz (ehemals Anthrax) stehen für genau das, wovor uns unsere Eltern immer gewarnt haben. Da dübelt sich jeder Ton einzeln in die Gehörgänge und Schmerzgrenze ist im Land der Jünger Jacksons ein unbekanntes Wort.

Neben dem Sound soll an dieser Stelle unbedingt auch auf das Design der Jackson Gitarren eingegangen werden. Exemplarisch dafür mag die Warrior stehen, ein kraftstrotzendes X auf der Bühne, gleicht sie einer Kampfansage an die Konkurrenz: Versucht es gar nicht erst, eine Jackson Warrior könnt ihr sowieso nicht toppen!

Material & Preise

Was die verwendeten Materialien anbetrifft, blieb Grover Jackson von Beginn an bodenständig. Edel und teuer um jeden Preis muss nicht sein, Qualität und Präszision stehen im Vordergrund. So wird in seinen Gitarren zumeist Ahorn, Linde, Buche und Palisander in den Produktionsstätten in Japan, Indien, Korea und den USA verbaut. Auch beim Innenleben legen die Macher Wert auf Qualität und bestücken ihre Modelle mit äußerst exakt arbeitenden Tremolosystemen. Zudem werden Markentonabnehmer von Seymour Duncan oder aus der Produktion von EMG bevorzugt.

Abhängig von den Modellen und der jeweiligen Ausstattung variiert der Preis. So kann eine Jackson Rhoads nur 250 Euro (JS32T Rhoads IR), aber eben auch 2.500 Euro (RR1T Randy Rhoads BK) kosten. Das gilt auch für die "King V"-Serie: Eine JS32T King V BK ist bereits für 279 Euro erhältlich, als Signature-Modell Phil Demmel King V PRBB sind rund 1.500 Euro zu berappen.

Made by... Jackson

Grover Jackson ging konsequent seinen Weg. Anfangs entwickelte er die Gitarren seines ehemaligen Chefs Wayne Charvel unter dessen Namen weiter. Später ersann er so geniale Modelle wie die Randy Rhoads oder die Concorde – nein, nicht das Flugzeug, wobei Jacksons Gitarre gleichen Namens auch ordentlich Lärm verursachte – und begeisterte damit die wachsende Metalgemeinde weltweit.

Nach reichlich 20 überaus erfolgreichen Jahren - die Jackson Gitarren erarbeiteten sich in diesem Zeitraum den liebevollen Beinamen "Schreddermaschinen" - kaufte Fender im Jahr 2002 Jackson Guitars auf und gliederte sie in den Konzernverbund ein.

Schlussakkord

Wer Bock auf richtig derben Stoff hat, sollte eine Jackson anspielen. Die gibt es bei Thomann in nahezu jeder Preisklasse – und dann aber ab damit nach Wacken!


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