Rickenbacker Gitarren: E-Gitarren für Profis

Wer auf elektrische Gitarren steht sollte Rickenbacker kennen.
Im Frühjahr 1960 kaufte sich ein damals schon begabter, aber noch unbekannter Musiker namens John Lennon eine Rickenbacker 325, deren Klang den Sound der frühen Beatles maßgeblich prägen sollte.

Rickenbacher Gitarren

Gut 50 Jahre später sitzt ein Autor an einem Review über diesen Gitarren und stellt erstaunt fest, dass deren Sound auch heute noch absolut zeitgemäß klingt.

Also ein Zeichen für Qualität über die Jahrzehnte hinweg? Schauen wir genauer hin.

Introduktion

80 Jahre hat das amerikanische Unternehmen mit eidgenössischen Wurzeln inzwischen auf dem Buckel und zählt damit zu den ältesten Herstellern von elektrischen Gitarren. Doch obwohl es – siehe oben - namhafte Musiker gab und gibt, die mit einer Rickenbacker Gitarre musizieren, gilt die Marke noch immer als Exot.

Spätestens jetzt sollte der aufmerksame Leser über die unterschiedliche Schreibweise des Firmennamens gestolpert sein: Rickenbacher oder Rickenbacker? Im Grunde ist beides nicht falsch, doch lautet die korrekte Bezeichnung des Gitarrenherstellers seit seiner Namensänderung zu Beginn des 2. Weltkrieges Rickenbacker.

Firmengründer Adolph Rickenbacher, ein Einwanderer aus der Schweiz, sah den Absatz seiner Gitarren und Bässe unter dem deutsch klingendem Namen "Rickenbacher" zu Beginn des 2. Weltkrieges gefährdet, da Amerika zu jener Zeit allem, was scheinbar mit Deutschland in Verbindung gebracht werden konnte, eher feindlich gegenüber stand. Ansonsten aber änderte sich nach der aus Marketinggründen erfolgten Namensänderung nichts. Qualität und Klang der Instrumente blieben weiterhin auf einem gewohnt hohen Niveau.

Material & Soundcheck

Diese Instrumente zählen zur Upperclass auf dem Markt der elektrischen Gitarren und Bässe. Diesen Ruf haben sich die Entwickler im kalifornischen Santa Ana, dem Unternehmenssitz Rickenbackers, mit zahlreichen Innovationen und konstant hoher Qualität erarbeitet.

Vorzugsweise verwendet das Unternehmen bei der Entwicklung und Produktion seiner Gitarren amerikanischen Ahorn. Der sorgt für einen höhereichen Klang, doch für den für diese Instrumente so typischen hellen und obertonreichen Sound ist das Holz nur bedingt verantwortlich.

Hier kommt noch eine zweite Komponente ins Spiel: Normalerweise betrachten wir an dieser Stelle nur den puren Klang des Instrumentes, doch bei diesen Gitarren muss eine Ausnahme gestattet sein, denn in nahezu symbiotischer Einheit fühlt sich so eine Gitarre am wohlsten, wenn sie an einen VOX-Röhrenverstärker angeschlossen wird. Dann kommt der wunderbar helle Klang so richtig zur Geltung. Siehe The Beatles. Siehe REM. Siehe den nächsten autorisierten Händler.

The Frying Pan

Adolph Rickenbacher, geboren 1887 in Basel, wanderte als junger Mann nach Amerika aus und entwickelte 1931 gemeinsam mit dem Gitarristen George Beauchamp einen elektromagnetischen Tonabnehmer und die erste elektrische Gitarre der Welt, die sogenannte Frying Pan, die wegen ihres langen Halses und des runden Klangkörpers tatsächlich wie eine überdimensionierte Bratpfanne aussah.

Im gleichen Jahr gründeten Adolph und George die "Electro String Instrument Corporation" und widmeten sich fortan der Entwicklung und Produktion von E-Gitarren und E-Bässen.

Die Preise

Gitarren und Bässe werden ausschließlich an Produktionsstandorten in den USA hergestellt. Zwar sind die Löhne dort im Vergleich zu Westeuropa nicht gerade üppig, doch der Markenhersteller ist für seine Wertarbeit bekannt, und die kostet eben Geld. So legt der geneigte Kunde für die Instrumente der "Rickenbacker International Corporation (RIC)", so die offizielle Firmenbezeichnung, zwischen 2.000 und 2.500 Euro auf den Ladentisch. Dies ist jedoch nur eine grobe Preisspanne.

Wobei echte Schnäppchen übrigens nicht ausgeschlossen sein müssen. So erzählte ein namhafter deutscher Händler am Rande der Frankfurter Musikmesse unter schmerzverzerrtem Gesicht von einem unfreiwilligen Deal: Ein inzwischen ehemaliger Verkäufer hatte wohl beim Eingeben des Preises in die Kasse eine Null vergessen, in Folge dessen eine 620 JG für lächerliche 199 Euro über die Theke ging...

Schlussakkord

Eine Rickenbacher gehört in die Hände von Profis, was durchaus als Ansporn für Einsteiger zu verstehen sein sollte. Denn auch Tom Petty, Pete Townshend (The Who) oder Susanna Hoffs (The Bangles) haben einst als Amateure begonnen - heute spielen sie eine Rickenbacker. Warum wohl?


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