Godin Gitarren: La Patrie, Norman,
Seagull und Simon & Patrick

Godin Gitarren

Godin Gitarren werden aller Technisierung zum Trotz seit rund 30 Jahren in Handarbeit hergestellt.

 Das macht sie zwar teurer, verleiht ihnen aber auch aufgrund der guten Qualität einen exzellenten Ruf. 

Introduktion

Als Robert Godin vor 30 Jahren damit begann, Gitarren herzustellen, wurde er belächelt. Gitarren in Handarbeit? Viel zu teuer! "Es gab Leute in meinem Umfeld, die damals Wetten abschlossen, wann ich wohl spätestens scheitern werde", erinnerte sich der Franko-Kanadier im Rahmen eines Interviews während der Frankfurter Musikmesse an das Jahr 1982.

Damals startete Godin in La Patrie, Québec, mit dem Gitarrenbau. Und er hatte eine Vision: Die Instrumente sollten eine Seele haben und nicht beliebig austauschbar sein. Für ihn und seine Mitstreiter bedeutete dies einen Spagat zwischen Serienproduktion und Handarbeit. "Qualität ist kein beliebig austauschbarer Begriff", beschreibt Godin das Credo seines Unternehmens. "Maschinen sind uns in einigen Punkten überlegen und dort setzen wir sie ein, doch werden sie nie an das Urteilsvermögen und die Empfindungen eines Menschen heranreichen und dann sollten wir diese Jobs auch dem Menschen überlassen."

ein Hauch des Exklusiven

Godin verbiss sich in seine Ziele. Wo andere – als Quertreiber und als "nicht teamfähig" abgestempelt – längst aufgegeben hätten, ging er seinen Weg konsequent weiter. 30 Jahre später genießen die Gitarren aus dem Hause Godin einen Status ähnlich dem der Fabrikate des Automobilherstellers Lexus: Sie sind nicht so stark verbreitet wie andere Modelle, daher umweht sie auch der Hauch des Exklusiven; sie sind teurer und luxuriöser als andere, vor allem aber erfreuen sie sich großer Beliebtheit der Qualität und des Komforts wegen. Hören Sie selbst!

Material & Soundcheck

Einen solchen Ruf bekommt man jedoch nicht geschenkt – er wurde von Godin und seinen Mitstreitern hart erarbeitet. Zum einen denkt man bei diesem Unternehmen gern mal um die Ecke. Exemplarisch dafür mögen die SD-Modelle stehen. Bei deren Entwicklung gelang dem kanadischen Unternehmen eine Mischung aus einer Fender Stratocaster und einer Les Paul von Gibson. Was sich zunächst anhört wie das bloße Kopieren zweier Gitarren-Klassiker ist in Wahrheit Innovation pur: Die Godin SD's haben zwar die für die Stratocaster so typische Anordnung der Tonabnehmer, aber die Humbucker an der Brücke wie bei der Les Paul. Im Ergebnis klingt die SD fast wie eine Les Paul und sieht aus wie eine Stratocaster. Darauf muss man erst mal kommen!

Noch deutlicher wird Godins Philosophie am Beispiel der Freeway-Serie, einer MIDI-fähigen Blues- und Rockgitarre mit Synth-Tonabnehmer und vielen weiteren technischen Innovationen. Dafür gibt es dann auch zu recht den "Guitar Player Magazins Editors Pick", einen begehrten Award des gleichnamigen Fachmagazins.

Zum anderen hängt der gute Ruf der Godin Gitarren auch mit den verwendeten Materialien zusammen. Zur Herstellung seiner Instrumente verbaut Godin ausschließlich nordamerikanische Hölzer; die Gitarren sind gespickt mit Innovationen, und das wirkt sich entsprechend auf den Klang der Instrumente aus. Der wird in vielen Rezensionen in den höchsten Tönen gelobt. Vom "vielfältigem Klangspektrum" ist da die Rede, vom "warmen, authentischen Sound", der "die Stimmung des Gitarristen adäquat wiedergibt". Als eines von vielen Klangbeispielen mag Roger Waters, ehemals Pink Floyd, stehen. Er nutzte während der "The Wall Live Tour" eine Godin Multiac Spectrum SA, zu hören in "Hey You".

Preise

Die Gitarren mit dem geschwungenen Godin-Schriftzug kosten zwischen 500 und 2.000 Euro und sind damit im direkten Vergleich zu den Mitbewerbern im jeweiligen Marktsegment teurer. Aber: Dafür bekommt der Käufer auch eine ordentliche Portion Gitarre für sein Geld, denn neben den oben bereits beschriebenen Vorzügen ist Godin aktuell der einzige Hersteller, der seinen Kunden MIDI-Tonabnehmer als Standard anbietet. Damit eröffnen sich vor allem im Studioeinsatz ganz neue Welten.

Made by... Godin

Godin bedient mit seinen Modelllinien die verschiedensten Kundengruppen: Die "Norman" ist eine akustische Gitarre für Einsteiger; mit der "Simon & Patrick" werden Interessenten von Westerngitarren im oberen Preissegment angesprochen; die "La Patrie", die im folgenden Video von Steve präsentiert wird, ist eine klassische Gitarre, ein Allrounder, geeignet für nahezu alle Gitarristen.

Und mit der "Seagull" produziert Godin eine akustische Gitarre aus Massivholz von höchster Qualität. Das Flaggschiff der Kanadier aber ist die "Godin"-Serie, unter der E-Gitarren des mittleren bis höheren Preissegmentes verkauft werden.

Der Schlussakkord

...wird diesmal von namhaften Größen des Business bestritten: Was haben Billy Idol-Gitarrist Steve Stevens, Leonard Cohen, James Blunt-Bassist John Garrison, Uriah Heep - ja, die gibt's noch – und Al Jarreau-Gitarrist John Calderon gemeinsam? Sie alle spielen auf Gitarren und Bässen von Godin. Mit dem Abstand der Jahre betrachtet, dürfte sich Robert Godin also bestätigt sehen. Sein Konzept ging auf. Die Vision wurde Wirklichkeit.


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