Baby Taylor Gitarre im Test: Reisegitarre oder Kindergitarre mit Niveau

Es wird nicht viele Musiker geben, die mit der Baby Taylor auf der Bühne des Madison Square Garden stehen – logisch, dafür ist sie auch nicht gemacht. Sie ist einfach der ideale Begleiter für alle, die viel unterwegs sind, dabei Gitarre spielen wollen und ein wenig Platz in ihrem Reisegepäck haben.

Introduktion

Kindergitarre, Reisegitarre... Das klingt heftig nach Provisorium und auf jeden Fall nach nichts, was man als gestandener Gitarrist ernst nehmen könnte. Doch mit genau dieser Einstellung wird man der Baby Taylor nicht gerecht, denn das kleine Teil macht richtig Laune.

Die Maße sind eine klare Ansage: 86 cm lang und gerade mal 1,5 kg schwer – als wolle die Taylor Baby sagen: Nimm mich mit auf Reisen, ich werde nicht zum Ballast. Du kannst mich im Gepäckfach eines Flugzeugs verstauen oder auf den Rucksack schnallen.

So ist sie überall zur Hand, wo Hand-made-Music fernab der großen Verstärkeranlagen gewünscht ist und leistet ihre Dienste zuverlässig auch bei den täglichen Übungsstunden überall dort, wo für die große Gitarre kein Platz im Gepäck wäre. Und ihre Herkunft spricht dafür, dass sie eben kein Provisorium ist, denn eine Taylor bleibt eine Taylor auch in Miniaturausführung.

Soundcheck

Behält man die eigentlichen Einsatzmöglichkeiten dieser Gitarre - Klassenfahrt, Lagerfeuer, Campingplatz – im Hinterkopf, ist es schon überraschend, was aus der kleinen Taylor kommt. Der Spagat zwischen Transportierbarkeit und Lautstärke ist den Taylors auf jeden Fall gut gelungen. Sicher, die Bässe kommen aufgrund der geringeren Korpusgröße nicht wirklich zum tragen, doch insgesamt klingt die Kleine sehr ausgewogen.

Was zu Beginn jedoch Probleme bereiten dürfte, sind die kleineren Bundabstände. Da braucht es eine gewisse Zeit der Gewöhnung. Kinder haben es da leichter. Manchmal sind kleine Hände eben doch ein Vorteil.

Das Material

Die kleine Taylor hat einen Dreadnought 3/4 Korpus, eine 23,75" Mensur, 19 Bünde und ist gefertigt aus massiver Tropical American Mahagonidecke. Der Boden und die Zargen sind laminiert, Mahagonihals, Perloid Dots, Ebenholzgriffbrett – es ist tatsächlich alles dran, was eine Gitarre braucht.

Die Preise

Die Baby Taylor kostet zwischen 320 und 350 Euro – das ist ein stolzer Preis für eine 3/4-Gitarre. Berücksichtigt man jedoch das verwendete Material, die Qualität und die insgesamt sehr gute Verarbeitung, scheint der Preis gerechtfertigt.

Made by... Taylor

Die Geschichte dieser Firma klingt so typisch amerikanisch, dass sie wahr sein muss: Gemeinsam mit einem Freund kauft Bob Taylor 1974 die Gitarrenwerkstatt, in der er damals angestellt war und beginnt, eigene Instrumente zu bauen. Gut 30 Jahre später produziert das Unternehmen mit Sitz in El Cajon, Kalifornien, jährlich rund 70.000 Gitarren und zählt zu den erfolgreichsten amerikanischen Gitarrenherstellern.

Schlussakkord

Die Baby Taylor ist eine Gitarre für alle Fälle. Zum Üben und Schrammeln für unterwegs, für das Songwriting im Tourbus oder überall da, wo mal schnell eine Klampfe zur Hand sein sollte und eine Große zu groß wäre. Und weil sie so klein ist, passt sie sogar in den Flieger nach New York - wer fleißig übt, schafft es vielleicht eines Tages auf die Bühne des Madison Square Garden.


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